Institut für Slavistik und Osteuropastudien
Gründung des Instituts für Slavistik und Osteuropastudien (ISOS)
Per Anfang 2026 soll durch den Zusammenschluss des CEES (Center for Eastern European Studies) mit dem Slavischen Seminar der Universität Zürich das Institut für Slavistik und Osteuropastudien gegründet werden. Ziel dieses Institutes ist es, disziplinäre und interdisziplinäre Forschung und Lehre zu Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa sowie zum postsowjetischen Raum anzubieten.
Die bisherigen erfolgreichen Studienprogramme in der Slavistik (Slavische Literatur- und Sprachwissenschaft) werden beibehalten und das Studienprogramm der Osteuropastudien interdisziplinärer gestaltet. Bereits seit HS 2024 können wir die Osteuropastudien mit Dr. Roman Horbyk um eine medienwissenschaftliche Perspektive in Lehre und Forschung ergänzen.
Dank der finanziellen Unterstützung durch die TRANSFORM-Förderlinie der UZH wird seit Herbst 2024 das Forschungsportfolio durch zwei zusätzliche Postdocs erweitert. Für die beiden Stellen konnten wir die Soziologin Dr. Sandra King-Savić und den Historiker Dr. Jonathan Raspe gewinnen. Sandra King-Savić ist Soziologin und forscht zu Themen wie: Informelle Praktiken (Schwarzmärkte in Südosteuropa), Empire-Nation-Kommunismus: Zeitgenössische Interpretation des Nationalismus in Südosteuropa und jugoslawische Gastarbeiter:innenmigration in die Schweiz. Jonathan Raspe hat eine Doktorarbeit zur Industrialisierung und Ethnizität in Kasachstan und Belarus (1940-1990) geschrieben und forscht künftig u.a. zu jüdischer Migration aus der Sowjetunion in die USA, Deutschland und Israel.
Künftig erweitern wir auch die Lehre durch die Dozentur «Atelier-Ost» - Dozentur für Kulturschaffende aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa in Zusammenarbeit mit Landis-Gyr-Stiftung. Im Frühjahr 2024 konnte der belarusische Autor und Künstler Artur Klinaŭ ein Seminar für die Studierenden anbieten, im Frühjahr 2025 die ukrainische Fotografin, Künstlerin und Schriftstellerin Yevgenia Belorusets. Auf diese Weise wird die Perspektive aus Ost-, Ostmittel und Südosteuropa im Studium gestärkt.
In der Forschung wird das Fellowprogramm für Forschende aus Osteuropa (in Ergänzung zu Drittmitteln von SBFI, EDA) zusätzlich unterstützt. Das gilt auch für die Länderanalysen, die in Kooperation mit der Forschungsstelle Osteuropa Bremen und ETH regelmässig publiziert werden. («Russian Analytical Digest» (seit 2006), «Caucasus Analytical Digest» (seit 2009) und «Ukrainian Analytical Digest» (seit September 2023). Seit Sommer 2024 wird zudem ein «Belarus Analytical Digest» herausgegeben.
Am Institut für Slavistik und Osteuropastudien erfolgt auch eine Erweiterung der Sprachausbildung. Das gilt zum einen für nichtslavische Sprachen wie Albanisch und zum anderen für die Ausdifferenzierung des Ostslavischen mit Belarusisch und Ukrainisch.
Für die nächsten vier Jahre werden vor allem folgende drei Forschungsschwerpunkte leitend sein:
1. Desinformation und Propaganda aus literaturwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher, linguistischer und historischer Perspektive. Im HS 2024 wurde die internationale Ringvorlesung Global Narratives of Disinformation: Focus on Russia durchgeführt.
2. Migration, Exil, Mehrsprachigkeit aus historischer, linguistischer, literaturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive. Im Herbst 2024 fanden folgende Konferenzen zum Thema statt:
- 2.-6. September: „Societies on the Move. Migration, Mobility and Displacement in Eastern Europe“, internationale Konferenz vom 2. bis 6. September 2024 Monte Verità bei Ascona (Congressi Stefano Franscini) (organisiert von Ueli Schmid, Benjamin Schenk und Jeronim Perović)
- 7. September: „Exile, Migration, Multilingualism“ - Workshop der gleichnamigen internationalen Forscher:innengruppe am SLAV (organisiert von Tomáš Glanc UZH)
- 9.-11. September: „Interdisciplinary perspectives on landscapes in language, society and cognition (ILANSCO 2024)“, internationale Konferenz UZH (org. von Cristiana Lucchetti, Aleksej Tikhonov, Sara Racca und Phlipp Striedl)
3. Energiepolitik in globaler Perspektive